Wissenswertes über die Zweifärbige Sandbienen (Andrena bicolor)

 

Sandbienen haben Ihren Namen daher, dass sie Ihren Bau im Sandboden haben. Vor ein paar Jahren hab ich bei uns im Wald einen solchen Bau entdeckt und seitdem beobachte ich die Tiere jedes Jahr.

Diese Biene kommt praktisch mit allen Lebensräumen und Bodenarten zurecht und ist an keine Blüten gebunden. Weil sie so anspruchslos ist, findet man sie flächendeckend in Europa, und auch in den Alpen bis auf 2100 m Seehöhe.

 

Zuerst mal je ein Foto vom Weibchen und vom Männchen:

 

Die Männchen schlpüpfen zuerst und warten dann auf die Weibchen. Sie fliegen immer ganz knapp über dem Boden dahin oder krabbeln und suchen nach Löchern, wenn sie eines gefunden haben, wird es genauestens erforscht.... Und aus einem solchen winzigen Loch schaut der Kopf eines Weibchens heraus, sie bewegte nur leicht den Kopf, sonst aber nichts.... und plötzlich gings rund, das Männchen fand sie, stürzte sich auf sie und zog sie aus dem Loch raus! Beide purzelten durcheinander in dem Versuch, sich zu paaren und dann ging jede ihres Weges...

Im Bild unten rechts klammerte sich ein Männchen an ein Stück Rinde und lag einige Zeit bewegungslos... Plötzlich sprang es auf und flog davon... der Grund hierfür ist mir nicht bekannt.... vielleicht Erschöpfung? Oder Fehlpaarung?

 


 

Nach der Paarung graben sich die Weibchen wieder ein und legen die Eier... jeden Tag werden dann Pollen eingetragen, die zur Ernährung dienen.

 

 

Es gibt auch für die Zweifärbige Sandbinen Parasiten: die Nomada (Wespenbienen oder Kuckucksbienen).


Die Weibchen suchen zunächst in einem charakteristischen, langsamen und wendigen Flug knapp über dem Boden nach Wirtsnestern. Ist ein solches gefunden verharren sie mit nach vorne gestreckten Fühlern über lange Zeit regungslos auf einem Ausguck in der Nähe des Nestes und warten bis das Wirtsweibchen das Nest verlassen hat. Dann dringen sie in das Nest ein, wobei verschlossene Nesteingänge aufgegraben und zumindest bei manchen Arten nach der Eiablage auch wieder verschlossen werden. Die Tiere bohren vermutlich mit den krallenartigen Fortsätzen am sechsten Sternit ein Loch in die Brutzellenwand und legen ein oder auch zwei Eier ab. Die Eier werden so in der Zellwand abgelegt, dass ihre Spitze zur Hälfte in das Innere der Brutzelle ragt. Nach dem Schlupf frisst die Parasitenlarve das Ei oder die Larve des Wirts und ernährt sich anschließend von dessen Nahrungsvorräten. Die Verpuppung erfolgt ohne Kokon in der Brutzelle.

 

Alle Fotos © by SilkeP.

Da ich hier auf dieser Seite alle Fotos aus dem Jahresverlauf einstelle, aber aus Platzgründen auch wieder löschen muss, gibt es jetzt eine eigene Seite, wo besondere Naturjuwelen, wie z.B. Orchideen, Sonntau oder Wildlife Tieraufnahmen eingestellt werden und auch stehen bleiben... schaut einfach mal vorbei.

 

Die Seite wurde zuletzt aktualisiert am 01.07.2018:

 

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